Lutherstadt Wittenberg: Am Sonntag, dem 18. April 2010 um 17.30 Uhr lädt die EKD in Deutschland und die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt gemeinsam zu einem Podiumsgespräch zum Thema „Melanchthon – konfessioneller Brückenbauer und europäischer Diplomat der Reformation“ in die Evangelische Akademie, Schlossplatz 1d in die Lutherstadt Wittenberg ein.
Gesprächspartner bei dem Podiumsgespräch sind Pfarrer Thomas Wipf, Präsident des Rates des Schweizerisch-Evangelischen Kirchenbundes und Präsident der GEKE, S. E. Erzbischof Jeremiasz, Polnisch-Orthodoxe Kirche und Pfarrer Dr. Tomi Karttunen, Auslandsabteilung der Evangelisch-Lutherischen Kirche Finnlands. Die Moderation hat Prof. Dr. Dr. h. c. Christoph Markschies.
Auf dem Reichstag zu Augsburg suchte Melanchthon „im altgläubigen Lager“ nach geeigneten Gesprächspartnern. Ihm, dem Diplomaten und Brückenbauer, war an einer öffentlichen Diskussion der theologischen Streitfragen gelegen. Dabei war ihm das wechselseitige Gespräch und das gegenseitige Verstehen wichtig, so dass Luther von der nahen Veste Coburg schon mahnte: „es sei genug nachgegeben“. Da Luther durch den Bann in seinen Reisemöglichkeiten eingeschränkt war, durfte Melanchthon die Sache der Wittenberger auf zahlreichen Religionsgesprächen vertreten.
Aber der Humanist Melanchthon war auch ein gern gesehener Diskussionspartner. So sind die Gespräche z. B. mit Calvin ab 1539 und die Confessio Augustana Variata 1540 wichtige Eckpunkte für die Leuenberger Konkordie 1973 bilden.
Wo das direkte Gespräch nicht möglich war, ...
mussten seine Briefe den Dialog führen. Ein europäisches Netzwerk unterhielt der eifrige Briefschreiber Melanchthon über 40 Jahre von Wittenberg aus. Wenig bekannt ist sein Bemühen, in Kontakt mit der orthodoxen Kirche zu treten. So schreibt er noch im September 1559 einen Brief an den Ökumenischen Patriarchen Joasaph II. Melanchthon bleibt ein Brückenbauer bis zum Schluss. Welche Impulse für das ökumenische Gespräch lassen sich 450 Jahre später, wenige Wochen vor dem 2. Ökumenischen Kirchentag, gewinnen?
Interessierte an dem Podiumsgespräch sind zu der Veranstaltung recht herzlich eingeladen.
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